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Assessment

Assessments sind Verfahren, bei denen auf eine systematische Weise therapeutisch wichtige Eigenschaften und Merkmale eines Klienten entweder durch ihn selbst oder möglichst objektiv von einer anderen Person beurteilt und in einem Zahlenwert zum Ausdruck gebracht werden. Sie dienen in der Praxis dazu, die Mitteilung von Untersuchungsergebnissen und Einschätzungen zu erleichtern, Therapieverläufe auszuwerten, prognostische Aussagen zu machen oder Patientengruppen zu unterscheiden. In der Forschung produzieren sie Daten, die dann mit Hilfe statistischer Methoden ausgewertet werden.

Obwohl man in einem sehr weiten Sinne auch Messungen des ROM, der Kraft oder der Atem- oder Pulsfrequenz als Assessments bezeichnen könnte (sie würden auch der obigen Definition voll entsprechen), reserviert man den Ausdruck Assessment für Messverfahren, die nicht unmittelbar beobachtbare bzw. abstraktere Konstrukte messen. Typische Beispiele für solche abstrakte Konstrukte sind:

  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität
  • Unabhängigkeit in Aktivitäten des täglichen Lebens
  • Behinderung durch chronischen Schmerz
  • Funktionsfähigkeit bei Erkrankung yxz
  • u.v.m.

Assessments gewinnen auch für die Physiotherapie immer mehr an Bedeutung, weil im Gesundheitssystem die krankheits-, struktur- und diagnosebezogene Perspektive zunehmend ergänzt wird um eine biopsychosoziale Perspektive; insbesondere bei chronischen Erkrankungen tritt neben die Beobachtung bio-medizinische Parameter (Blutwerte etc.) die der tatsächlichen Auswirkungen von gesundheitlichen Störungen auf das tägliche Leben der Patienten.

Achtung: Im Englischen kann das Wort "Assessment" im Hinblick auf die Physiotherapie auch den gesamten Prozess der Daten- und Informationssammlung im Zuge der Untersuchung des Patienten (von der Anamnese bis zu spezifischen Tests) bedeuten, der erforderlich für die Diagnose und die Planung der Intervention ist. Diese Bedeutung ist der Verwendung des Begriffs im wissenschaftlichen Zusammenhang zwar sehr ähnlich, aber nicht identisch.

Eine besondere Verwendung erfährt der Ausdruck Assessment auch in der Geriatrie. So versteht man unter einem geriatrischen Assessment nicht - wie sonst in der Rehabilitation bzw. Rehabilitationswissenschaft die Messung einer Patienteneigenschaft, sondern eher eine umfassende Erfassung relevanter Daten zu einem Patienten im Sinne eines Monitoring oder Frühwarnsystems. So enthält ein geriatrisches Assessment auch anamnestische Daten bzw. Angaben zu Medikationen, aber auch "Assessments", die Selbständigkeit, Orientierung, Wachheit, Sturzgefährdung beinhalten. Geriatrische Assessments sind damit eher Testbatterien.

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siehe auch: Outcome

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