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Behandlungseffekt

Im Zusammenhang der Evidenzbasierung versteht man unter Behandlungseffekt den Unterschied, den eine Behandlung hinsichtlich des angestrebten Ergebnisses im Vergleich zu einer Nichtbehandlung oder einer anderen Behandlung erreicht. Der Behandlungseffekt kann nur im Rahmen von klinischen Studien, insbesondere durch randomisierte kontrollierte Studien, in eingeschränktem Maße auch durch Längsschnittstudien ermittelt werden, bei denen eine Gruppe die zu überprüfende Behandlung, eine zweite Gruppe eine andere oder keine Behandlung erfährt (einfaches Parallelgruppendesign, s.a. den Eintrag zur randomisierten kontrollierten Studie).

Die einfachste Möglichkeit, einen Behandlungseffekt auszudrücken, besteht darin, den Mittelwerte der Ergebnisse aus der einen Gruppe mit dem aus der anderen Gruppe zu vergleichen - bzw., die Differenz zwischen beiden Mittelwerten zu bilden.

Angenommen, eine Gruppe von Apoplex-Patienten wurde mit Methode x, die andere mit Methode y in der Gangschulung therapiert. Eingangs- und Ergebniswerte werden mit einem Gangassessment quantifiziert, die durchschnittlichen Veränderungen in beiden Gruppen sind so miteinander vergleichbar. Die Differenz zwischen den durchschnittlichen Veränderungen kann man als den Behandlungseffekt interpretieren.

Aussagefähigere Möglichkeiten, Behandlungseffekte zu quantifizieren, sind Kennwerte wie z.B. die absolute oder relative Risikoreduktion, Number Needed to Treat oder die Berechnung von Konfidenzintervallen. Signifikanztests (die einen p-Wert produzieren) können nur eine Aussage darüber machen, inwieweit die Unterschiede zwischen den Gruppen auch zufällig hätten zu Stande kommen können, geben aber keine Auskunft über die Größe des Behandlungseffekts.

Literatur:

  • Herbert R. (2000) "How to estimate treatment effects from reports of clinical trials I: Continuous outcomes". Australian Journal of Physiotherapy; Vol. 46; No. 3; S. 229-235
  • Herbert R. (2000) "How to estimate treatment effects from reports of clinical trials II: Dichotomous outcomes". Australian Journal of Physiotherapy; Vol. 46; No. 4; S. 309-313

 

siehe auch: absolute Risikoreduktion, relative Risikoreduktion, Effectiveness, Efficacy, klinische Studie, Number Needed to Treat, randomisierte kontrollierte Studie, Konfidenzintervall

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