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Informed consent

"informierte Zustimmung" - ein ethisches Grundprinzip in der Forschung.

Forschung an bzw. mit Menschen - also auch physiotherapeutische Forschung setzt voraus, dass Probanden, also die Versuchspersonen, genau insbesondere darüber informiert werden,

  • was das Ziel der Studie ist,
  • was sie in der Studie machen bzw.
  • welche Behandlungen sie (vielleicht) erhalten,
  • welche Behandlungen sie (vielleicht) nicht erhalten,
  • welche Art Daten erhoben werden,
  • welche Gefahren und Risiken mit der Teilnahme einhergehen,
  • welche Aufwendungen mit der Teilnahme einhergehen,
  • ob spezielle Versicherungen oder Aufwandsentschädigungen gelten,
  • welche Maßnahmen im Falle des Eintretens eines Risikos eingeleitet werden,
  • wer für die Studie verantwortlich ist und
  • wer Ansprechpartner für die Versuchsperson ist.

Informed consent bedeutet die Zusage des Probanden zur Teilnahme an der Studie nachdem er gewissenhaft und detailliert über diese Punkte aufgeklärt wurde.

Consent beinhaltet hier auch das Prinzip der Freiwilligkeit. Es ist unethisch, Patienten ggf. den Eindruck zu erwecken, sie könnten bessere Behandlungen durch die Teilnahme bekommen; ebenso wenig darf der Eindruck entstehen, durch die Nichtteilnahme könnte ihnen ein Nachteil (z.B. in Zukunft eine weniger aufmerksame Behandlung) erwachsen. Das Prinzip der Freiwilligkeit und des Respekts vor der teilnehmenden oder nicht teilnehmenden Person darf auf keine Weise kompromittiert werden.

In der Geschichte der Forschung mit und am Menschen gab und gibt es immer noch entsetzliche Verfehlungen und auch Verbrechen. Domholdt (2000) behandelt innerhalb des gleichen Kapitels die Verbrechen, die in deutschen Konzentrationslagern im Namen der Forschung an Inhaftierten begangen wurden und eine Studie, die vierzig Jahre lang in den USA durchgeführt wurde und erst 1972 (!) beendet wurde, bei der an Syphilis erkrankte nicht behandelt wurden, um den natürlichen Verlauf der Erkrankung zu studieren.

Gleichwohl ist die Diskussion um die Thematik "Informed consent" nicht beendet, wie z.B. Beiträge im British Medical Journal zeigen.

Literatur:

  • div. AutorInnen (1998) "Informed consent in medical research; Education and Debate; Ethical Debate". British Medical Journal, Vol. 316, S. 1000-1014; kostenloser Link zur Diskussion auf der Website des British Medical Journal 
  • Domholdt E. (2000) "Physical Therapy Research. Principles and Applications". Verlag W.B. Saunders, Philadelphia, London, Toronto, Kap. 3 und 27
  • World Medical Association Declaration of Helsinki (2000) "Ethical Principles for Medical Research Involving Human Subjects".

 

siehe auch: klinische Studie

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