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Validität

Validität kann man mit "Gültigkeit" Übersetzen; der Ausdruck kann sich beziehen auf Studien bzw. Studienergebnisse und auf Tests und Assessments. In Bezug auf Studien wird zwischen der internen Validität und der externen Validität unterschieden.

Eine Studie bzw. ihre Ergebnisse ist dann intern valide, wenn für die Ergebnisse wenig oder gar keine andere Erklärungen zulassen, als die von den Forschern vorgetragenen. Die Validität ist eng geknüpft an die methodische Qualität einer Studie.

Beispiel: Sind die Gruppen zu Beginn einer randomisierten kontrollierten Studie hinsichtlich wichtiger prognostischer Faktoren nicht vergleichbar, dann können unterschiedliche Therapieergebnisse genauso plausibel auf unterschiedliche Ausgangsbedingungen zwischen den Gruppen zurückgeführt werden wie auf die Wirksamkeit der Therapie. So ist z.B. mangelnde Vergleichbarkeit der Gruppen der internen Validität abträglich.

Ist eine Studie nicht intern valide, so sind ihre Ergebnisse im wahrsten Sinne des Wortes invalide, also untauglich um hieran irgendwelche Schlussfolgerungen zu knüpfen.

Unter externe Validität versteht man die Verallgemeinerungsfähigkeit einer Studie. Einerseits kann die externe Validität zunehmen, je weiter die Einschlusskriterien bei der Probandenrekrutierung gefasst wurden. Andererseits wird es, je heterogener die Probanden sind aber auch umso schwieriger, die interne Validität sicher zu stellen. Ist die interne Validität nicht gegeben, besteht jedoch auch keine externe Validität. Deswegen muß der der internen Validität der Vorrang gegeben werden.

Im Zusammenhang mit Untersuchungstechniken (Tests) und Assessments bedeutet Validität, dass der Test bzw. das Assessment auch wirklich das testet bzw. misst, was er bzw. es testen oder messen soll.

Klassisch wird dabei unterschieden zwischen Inhaltsvalidität, Konstruktvalidität und Kriteriumsvalidität. Allerdings haben in den letzten Jahrzehnten sowohl die Terminologie als auch die dahinter stehenden theoretischen Konzepte eine erhebliche Ausdifferenzierung erfahren.

Inhaltsvalidität bezieht sich vor allem auf Assessments, die abstraktere Konstrukte messen sollen, wie z.B. Lebensqualität, Funktionsfähigkeit/Selbständigkeit in Aktivitäten des täglichen Lebens, Beeinträchtigung durch Schmerz etc., die oft durch standardisierte Fragebögen in Fremd- oder Selbsteinschätzung gemessen werden sollen. Inhaltsvalidität gilt dann als gegeben, wenn die verschiedenen Fragen des Bogens, die "items" den zu messenden Gegenstand umfassend und abgrenzend zu anderen Gegenständen behandeln.

Inhaltsvalidität wird durch Expertenrunden und/oder Einbezug der Betroffenen und/oder aufwendigere Verfahren aus der Sozialforschung (Delphi-Methode) versucht zu erreichen. Es gibt keine statistischen Verfahren, um die Inhaltsvalidität zu überprüfen.

Konstruktvalidität wird durch komplexe statistische Verfahren ermittelt, mit denen überprüft wird, inwieweit die "items" eines Assessments an das theoretische Konstrukt gekoppelt sind oder nicht.

Kriteriumsvalidität wird hauptsächlich unterschieden in konkurrente (zusammenlaufende) und prädiktive (vorhersagende). Konkurrente Validität liegt dann vor, wenn ein Test oder Assessment zu den gleichen Ergebnissen kommt, wie ein Test, der den gleichen Gegenstand messen soll, und der sich bereits bewährt hat. Prädiktive Validität hat ein Test dann, wenn Prognosen, die er vorhersagt, dann auch tatsächlich in hinreichendem Maße eintreffen (z.B. hinsichtlich Therapieerfolg, Rezidivgefahr, Vorliegen einer bestimmten Erkrankung bei positivem Screeningergebnis etc.).

Literatur

  • Domholdt E. (2000) "Physical Therapy Research. Principles and Applications". Verlag W.B. Saunders, Philadelphia, London, Toronto

 

siehe auch: Assessment, PEDro, Drop-out/Drop-out-Quote, Evidenz, klinische Studie, Reliabilität, randomisierte kontrollierte Studie

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