| OMT - Chirotherapie oder Osteopathie |
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Eine gute Frage: Chirotherapie ist eine ärztliche Zusatzbezeichnung. Um sie führen zu können, muss ein Arzt eine von der Ärztekammer akzeptierte Weiterbildung durchlaufen. Inhaltlich und in ihren Prinzipien unterscheidet sie sich kaum von der Manuellen Therapie. Nur: Manipulationsbehandlungen an den Gelenken der Wirbelsäule sind in Deutschland der Chirotherapie und der Chiropraktik vorbehalten. Chiropraktik wird meist von Heilpraktikern ausgeführt. Die Bezeichnung Chiropraktiker ist weder gesetzlich, noch durch die Ärztekammern oder Vereinbarungen mit den Kostenträgern geregelt. Deswegen ist es schwierig zur Chiropraktik etwas Allgemeines zu sagen. Die Strukturelle Osteopathie ist eines der Fundamente auf denen sich die Manuelle Therapie entwickelt hat. Erst die Pioniere der Osteopathie bzw. der Chiropraktik haben zum Ende des 19. Jahrhunderts die Basis fär eine Wiederentdeckung der Manuellen Techniken durch die westliche Medizin gelegt. Zu diesem Zeitpunkt gehörten Manuelle Therapieformen nicht zur Schulmedizin. Im Gegenteil, die nach Anerkennung strebende Medizin hat sich vielfach von manuellen Techniken distanziert. Alle manuellen Therapieformen waren so gesehen eine Gegenbewegung zur Schulmedizin. Heute hat die Schulmedizin und die Schulphysiotherapie auch Manuelle Techniken wieder fest in ihr Repertoire integriert. Physiotherapeutische Manualtherapeuten haben die Unter- suchungs- und Behandlungsmanöver aus der klassischen strukturellen Osteopathie aufgegriffen und zu einem eigenen komplexen Untersuchungs- und Behandlungskonzept entwickelt. Die Osteopathie geht in ihrem viszeralen und craniosakralen Zweig von anderen Erklärungsmodellen und Wirkmechanismen für Pathologien bzw. Therapien aus. Osteopathische Techniken basieren aber auch auf "schulmedizinischer" Anatomie und Physiologie. Deswegen ist es nicht überraschend, dass diese Techniken sehr wirkungsvoll in manualtherapeutischen Behandlungen eingesetzt werden. Die OMT-Ausbildung der AG Manuelle Therapie integriert die Vermittlung von Grundlagen der viszeralen und strukturellen Osteopathie, um den Teilnehmern einen breiten Horizont über die Möglichkeiten therapeutischer Interventionsformen zu vermitteln. Manuelle Therapie konzentriert sich auf den Bewegungsapparat und dabei auf sehr konkrete, meist direkt palpierbare Strukturen: Muskeln, Gelenkstrukturen, Faszien und Nerven. In der aktiven und passiven Beeinflussung dieser Strukturen zur Schmerzlinderung oder Funktionsverbesserung unter ganzheitlichem Einbezug des Patienten in seiner Individualität und seinem Lebens- zusammenhang sieht sie ihre Aufgabe. Genaue Kenntnisse über Kontraindikationen und ein Gespür für die Grenzen des Ansatzes der Manuellen Therapie ermöglichen einen vorurteilsfreien Blick über den eigenen Tellerrand hinaus. Die Manuelle Therapie ist da sehr erfolgreich, wo sie indiziert ist: Bei vielen akuten und oft auch chronischen Störungen des Bewegungssystems. Der Erfolg in der Praxis wird immer mehr mit Evidenz untermauert. |




