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relative Risikoreduktion (RRR)

Ein statistischer Kennwert aus dem Zusammenhang der Evidenzbasierten Praxis. Beim Vergleich zweier Therapiemethoden ist die relative Risikoreduktion ein Maß, um die höhere Effektivität der wirksameren von beiden Behandlungen auszudrücken.

Angenommen, eine Studie ergäbe, dass Patienten mit chronischem Rückenschmerz, die in einem speziell entwickelten Reha-Programm behandelt wurden, zu 19% sechs Monate nach Beendigung des Programms noch bzw. wieder arbeitsunfähig wegen Rückenschmerz sind. Für die Kontrollgruppe, die in "normalen" Praxen behandelt worden sind, soll dies zu 70% zutreffen (dieses Beispiel ist fiktiv!).

Die relative Risikoreduktion (RRR) wird errechnet, indem man zunächst die Differenz der Prozentpunkte der ungünstigen Ereignisse in der Experimentalgruppe (spezielles neues Reha-Programm) zu der in der Kontrollgruppe (normale Praxen) bildet (70% - 19% = 51%) und dann errechnet, wie hoch der prozentuale Anteil dieser 51% an den 70% der Kontrollgruppe ist, indem man 51% durch 70% dividiert. Dieser beträgt 0,73 oder 73%. Die spezielle Rehabilitation vermindert also das Risiko der Arbeitsunfähigkeit sechs Monate nach Beendigung der Maßnahme um 73% im Vergleich zu der herkömmlichen Behandlung.

Das Problem dieses Kennwertes ist, dass er keine Aussage über die klinische Relevanz der Therapieerfolge insgesamt ermöglicht. Der gleiche Quotient von 0,73 bzw. 73% würde sich auch ergeben, wenn aus der Experimentalgruppe nur 1,9% arbeitsunfähig würden bzw. blieben und aus der Gruppe der herkömmliche Behandelten 7%. Deswegen werden aus den Ergebnissen klinischer Studien die absolute Risikoreduktion (ARR) und die Number Needed to Treat (NNT) berechnet.

Literatur

  • Antes G., Bassler D., Forster J. (2003) "Evidenz-basierte Medizin. Praxis-Handbuch für Verständnis und Anwendung der EBM". Georg Thieme Verlag, Stuttgart, New York; S. 103 und 138
  • Sackett D.L., Richardson W.S., Rosenberg W., Haynes B.W. (1999) "Evidenzbasierte Medizin. EBM-Umsetzung und Vermittlung". Deutsche Ausgabe: Kunz R , Fritsche L. (Hrsg.) W. Zuckschwerdt Verlag; Bern, Wien, New York, S. 105ff

 

siehe auch: absolute Risikoreduktion, Effectiveness, Efficacy, Evidenzbasierte Praxis, Number Needed to Treat, Signifikanz, klinisch

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